Freitag, 11. Oktober 2019, 20 Uhr
Unser Lieben Frauen Bremen

LIEBESGRÜßE AUS VENEDIG
Antonio Vivaldi und Europa

Die rasante Musik der italienischen Komponisten hatte es den Europäern des 18. Jahrhunderts angetan. Doch nicht nur die Werke allein, sondern auch die italienischen Musiker selbst waren Exportschlager. Italienische Instrumentalisten besetzten Stellen in Hof- und Theaterorchestern, beispielsweise in England, Deutschland oder Österreich, oder reisten als gefeierte Solisten quer durch den Kontinent, um das Publikum mit ihrer nie gehörten Virtuosität zu begeistern. Die Violine hatte dabei unter den Instrumenten eine Sonderstellung, sie stand unbestritten im Mittelpunkt des Interesses.

Die Kombination aus grandioser Fertigkeit auf dem Instrument und der besonderen Gabe der Kreativität, vereint im Genie eines Antonio Vivaldi, führte in diesem Zug zum raschen Aufstieg einer besonderen Gattung: Dem Solokonzert. Neben weiteren „Stars“ wie Giuseppe Tartini oder Giovanni Somis, die Zeitgenossen ebenfalls als Ausnahmetalente an der Violine bekannt waren und auch komponierten, waren es doch besonders Vivaldis Concerti, die Maßstäbe setzten. Seine dreisätzigen Konzerte beeindruckten sowohl im Bezug auf den Schwierigkeitsgrad, als auch bezüglich ihres Facettenreichtums. Vivaldi traf damit den Zeitgeist, denn in dieser Kompositionsform konnten die Solisten alles zeigen, was das Instrument zu bieten hatte: Hohe Lagen, Schnelligkeit, Wildheit, aber auch die Gesanglichkeit der Violine. Der Wechsel von Tutti-Ritornellen und Solo-Passagen, die nur von der Continuo-Gruppe oder – wie im langsamen Mittelsatz - häufig auch nur von den hohen Streichern begleitet werden, machte Schule. Vivaldis Werke wurden von Musikern wie beispielsweise Johann Sebastian Bach studiert und bearbeitet, für andere Instrumente gesetzt. Doch nicht nur das, auch auf dessen Orchesterkompositionen hatten sie großen Einfluss. Gleiches gilt für den deutschen Geiger und Komponisten Johann Pisendel, der Vivaldi persönlich kennengelernt hatte und dessen Musik aus Venedig mit nach Dresden brachte. Musik, die ihm gewidmet oder teilweise sogar von Vivaldi für ihn geschrieben worden war. In diesem Konzert vollzieht das BBO den Weg der Werke des Venezianers durch Europa nach und zwar mit einem der größten Violinvirtuosen unserer Zeit: Dmitry Sinkovsky.

Mit Werken von Antonio Vivaldi (1678-1741), Johann Sebastian Bach 1685-1750) u.a.